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Rosa Zaugg und Marcel Hug sind die diesjährigen «Querschnittgelähmten des Jahres»

Seit 1993 zeichnet die SPS querschnittgelähmte Menschen aus, die seit mindestens fünf Jahren im Rollstuhl sitzen, ihr Schicksal beispielhaft gemeistert und zusätzlich ausserordentliche, überdurchschnittliche Leistungen für Dritte und für die Gesellschaft erbracht haben. Eine öffentliche Ehrung mit Laudatio erfolgt jeweils im Rahmen des traditionellen Adventskonzertes.

Die Geehrten und ihre Laudatoren: Stiftungsratspräsident Daniel Joggi (l.), François Planche, Ruedi Weber und Heinz Frei

Die Geehrten und ihre Laudatoren: Stiftungsratspräsident Daniel Joggi (l.), François Planche, Ruedi Weber und Heinz Frei

François Planche: Setzt sich für die Integration von Menschen mit einer Behinderung ein

Der Spanienurlaub 1978 änderte das Leben von François Planche radikal. Nach einem Sturz von seinem geliebten Motocross war schnell klar, dass nichts mehr so sein wird wie früher. Da die Ärzte vor Ort nicht genau wussten, wie man mit einer Tetraplegie richtig umgeht, setzte sich der Vater von François Planche dafür ein, dass sein Sohn schnell nach Genf verlegt wurde. Nach neun langen Monaten in der Rehabilitation hiess es, sich neu zu orientieren: statt eines Architekturstudiums folgte das Psychologiestudium und statt Motocross war Rollstuhlrugby angesagt. Seit 1985 ist François Planche Mitglied des Rollstuhlclubs la Côte. Unermüdlich ist seine Freiwilligenarbeit für die Gleichstellung und Integration von Menschen mit einer Behinderung. Sehr aktiv war François Planche beispielsweise bei Pro Infirmis Genf, der Ethikkommission «Aigues Vertes», den Stiftungen Clair Bois und Foyer Handicap. Von 2008 bis 2015 leitete er den Verein Handicap «Architecture et Urbanisme», der sich für eine für alle zugängliche gebaute Umgebung einsetzt. Damit sei er aber offenbar noch nicht genug ausgelastet, ehrte Daniel Joggi, Präsident der Schweizer Paraplegiker-Stiftung den Genfer: «In seiner Freizeit malt und reist er gerne, beschäftigt sich mit Philosophie, Archäologie, Ethnographie und liebt amerikanische Autos.»

 

Ruedi Weber: Lässt sich von Wünschen, Hoffnungen und Zielen nicht abbringen

Es war das „Anpacken“, das dem Leben Ruedi Weber aus Serneus im Februar 1989 eine drastische Wendung verlieh. Er wollte das Dach seines neuen Daheims decken, glitt aus und landete unglücklich auf dem Rücken. Nur sechs Wochen vor dem Unfall war er Vater von Thomas geworden. Eine grosse Motivation, den harten Weg der Rehabilitation auf sich zu nehmen. Der Bündner der sich von Wünschen, Hoffnungen und Zielen nicht einfach so abbringen lässt, verfolgte seine berufliche Karriere im elterlichen Baugeschäft. Zwar gehörten zu Beginn Ängste, Respekt und ein Vortasten an seine Möglichkeiten zum neuen Alltag. Aber oft galt es einfach, Umwege und Herausforderung anzunehmen, um die richtige Entscheidung auch mal zu erzwingen. Ruedi Weber war vor seinem Unfall ein begeisterter Sportler und wollte auch hier wieder Anschluss finden: Der Langlaufschlitten wurde sein bevorzugtes Sportgerät. Zwischen 1994 und 2006 nahm er viermal an paralympischen Spielen teil und gewann 2002 in Salt Lake City die Goldmedaille im Biathlon. Erfolge feierte er auch an Welt- und Europameisterschaften. Zudem war er Gründungsmitglied und der erste Präsident des Rollstuhlclubs Chur. «Gelegentliche Marathons mit dem Rennrollstuhl führen Ruedi in grosse Weltstädte – eine urbane Dimension, welcher er sich dann gerne wieder entzieht, um in seine Berge zurück zu kehren. Wenn dann daheim dem musikalischen Talent in der Dorfmusik oder der Kapelle gefrönt werden kann, ist er in seinem Element. An der Klarinette und mit dem Saxophon ist Ruedi ein wahrer Meister!» so Laudator Heinz Frei.

Querschnittgelähmte des Jahres ab 1993
2017 François Planche Ruedi Weber
2016 Rosa Zaugg Marcel Hug
2015 Alois Arnold  Jean-Louis Page
2014 Hansruedi Fitze Monika Geesing-Beck
2013 Rolland Bregy Elisabeth Mettler-Kiener
2012 Walter Mehr Jean-Marc Berset
2011 Josef Jakober Eva Burgunder
2010 Sergio Caravatti Jon Pünchera
2009 Corinne Morel Hansueli Bobst
2008 Eros Tomasini Verena Brönnimann
2007 Simone Mertl Peter Gilomen
2006 Max Brunner Julia Fischer
2005 Regula Huwyler Franco Erni
2004 Alfredo Battistini Sandra Graf
2003 Ursina Greuter Paolo Pelli
2002 Heidi Anneler Victor Bisquolm
2001 Heinz Schmid Alain Rossier
2000 Rudolf Isler Christiane Droux
1999 Jost Steger Ida Frehner
1998 Xaver Anderegg Daniel Joggi
1997 Pia Schmid Hardy Landolt
1996 Monica Schuler Franz Nietlispach
1995 Hans Rosenast Werner Waldispühl
1994 Elio Giulielmetti Marc Suter
1993 Rainer Küschall Heinz Frei

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